Hallöle Orchideenfreunde,
ich war Sonntag mal wieder sowas von fleißig. Nun endlich stand ein schon einige Zeit geplanter Umbau meiner Vitrine an. Ok, ursprünglich sollte die Vitrine größer werden (vor allem höher), aber das ist am Votum der Küchenbevollmächtigten kläglich gescheitert. So mußte Wolle sich mit dem vorhandenen Begnügen. :\
Also, der Ist-Zustand war und ist eine Vitrine mit den Maßen 86x50x56. Begonnen hatte die ganze Sache damit, dass ich im Frühjahr nach zähem Ringen damit anfing, für meine kleinen Lieblinge eine Vitrine in der Küche aufzustellen. Ergebnis dieser Planung war eine wie folgt ausgestattete Vitrine:
...und die anfängliche 'Bepflanzung' samt 'Lichtupgrade' in Form eines 70W-HQI-Strahlers für die dunklen Tage. ;)
Es gingen die Monate ins Land und die Anzahl der Pflanzen wuchs und wuchs und wuchs, und auch die Unzufriedenheit mit einigen Dingen nahm zu. Hauptärgerniss war vor allem die Beregnungsanlage von Eheim (zu erkennen auf dem 2. Bild oben an der Decke). Ich denke, für Orchideenterrarien dieser Größe völlig ungeeignet, bzw. um sie halbwegs tauglich zu nutzen, hätte ich da wohl 5 m Schlauch einziehen müssen um die Düsen verteilen zu können. Aber selbst dann wären die Tropfen immer noch zu groß für meinen Geschmack. Aus diesem Grund sollte das Ganze durch eine vernünftige Nebel/Sprühanlage ersetzt werden um die Vitrine auch 'Urlaubstauglich' zu machen. Heißt, 14 Tage Abwesenheit sollte möglich sein.
Am Sonntag nun war es dann soweit und ich räumte alles raus aus der Vitrine und machte eine Grundreinigung (nicht irretieren lassen, die Vit hatte zwischenzeitlich noch einige technische Upgrades erhalten, von denen einige 'Reste' zu sehen sind ;))
Nun begann der Spaß. Jeder der schon mal mit diesen äußert 'flexiblen' Kunststoffdruckschläuchen gearbeitet hat, die typischer Weise natürlich aufgewickelt sind, weiß, wie toll man die Teile dazu überreden kann, gerade verlegt zu werden.
Aber letztendlich ging es dann mit ziehen und zerren irgendwann.
Als nächstes kamen die Düsen dran. An jeder Seitenscheibe eine. Mit ein bisserl Draht dann noch in die richtige Richtung gebracht.
Nachdem das erledigt war, ging es daran, das Ursprüngliche Equipment wieder einzubauen. Neben dem Einhängen des rückwandigen Maschendrahtes und dem Verlegen des Heizkabels, wurde auch der Sockel für den Hauptquirl wieder eingesetzt. Ursprünglich hatte ich ihn festgeklebt, was sich im Nachhinein als nicht notwendig erwiesen hat und somit beim neuerlichen Einsatz nicht mehr gemacht wurde.
Zur Steuerung des Heizkabels nutze ich ein Temperaturfühler aus dem Aquarien/Terrarienfachhandel, welchen ich unter die Decke gepappt habe.
Nun füllte ich den Blähton wieder ein, legte nen Maschendraht drauf und installierte den Hauptquirl.
Auch bekamen die beiden in das untere Lüftungsgitter eingebauten Quirle zur Frischluftzufuhr eine Maneküre verpasst. (Katzenhaare sind ja sowas tolles :\)Hier gleich mal noch ein Tipp vom "Experten" *lol*
Man sollte unbedingt vor dem Einfüllen des Blähtones alle Steckkupplungen und sonstige Anschlüsse kontrollieren und überprüfen, die dann vom Blähton verdeckt sind. Es macht keine Spaß die wieder partiell freizubuddeln!!!!
Damit war es schon fast geschafft, und ich konnte mit dem Einräumen beginnen. Nach gemachter Arbeit ist das sehr befriedigend.
Nachdem dann alles darin war, sieht es nunso aus:
Naja, nicht ganz. Dem aufmerksamen Beobachter werden die beiden Abschlußstopfen vor dem Hauptquirl aufgefallen sein. Eigentlich fehlte mir da ein wenig ne vernünftige Idee. Aber wie heißt es so schön. Dem Ingeniöööööör ist nix zu schwöööör Also hab ich mir was Einfallen lassen und erstmal nen Provisorium gebastelt, so dass auch Düse 3&4 eingebaut werden konnten.
Hm, einige werden jetzt sicher denke: Wie, 4 Düsen für so ne kleine Vit :?
Schon richtig. Das Problem ist, dass umso kleiner die Abmessungen werden, desto problematischer wird es mit der gleichmäßigen Verteilung der Feuchte. Der Quirl kann da nicht viel helfen, da es hier nicht um die Erhöhung der Luftfeuchte geht, sondern primär tatsächlich um ein Befeuchten der Orchideen mittels feinem Nebel. Man kann bei solchen Abmessungen nicht die volle Leistung der einzelnen Düsen nutzen (was die Wirkfläche betrifft). Entsprechend muß man da etwas mehr einbauen. Ich hatte zuerst auch erst nur mit 2 Düsen experimentiert und diese an verschiedenen Stellen eingebaut, aber es hat nicht befriedigend funktioniert. Mit den 4 Düsen gefällt es mir deutlich besser. Das Ganze ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluß und wird auch nicht die entgültige Variante sein. Aber erstmal soll es sich in der Praxis bewähren bzw. die Schwachstellen offenbaren.
So, nun haben wir ja fast alles durch. Luft, Wasser, Einbauten. Aber etwas fehlt: Licht. Da hat sich am Equipment nix geändert. Die Vitrine wird innen mittels 2er 18W Leuchtstoffröhren befeuert, welche in wasserdicht verschraubten Fassungen sitzen. Darüber jeweils ein Reflektor, wobei ich den für die innere LSR glattgebogen habe.
Dazu kommt noch die erwähnte 70W-HQI für die dunkleren Tage. Aus Orchideensicht sieht die Sonne wie folgt aus ;)
Für die Herrin der Küche dann so (es gefällt ihr nicht wirklich :rolleyes: (Im Bild sind oben rechts auch die beiden Betriebseinheiten für die LSR zu sehen; das Zündgerät für den HQI-Strahler steht unterm Tisch))
Zum Schluß bleibt nur noch eine Kleinigkeit zu bemerken. Sicher wird der Eine oder Andere gedacht habe: 'Was hat er da für zwei pott-häßliche grüne Kunststoffschläuche quer durch die Vitrine zu hängen.'
Es ist eines der Ärgernisse, das auch bei diesem Umbau nicht gelöst werden konnte. Und das trotz intensivem Nachdenken. Diese beiden Schläuche leiten den Nebel des Burg in die Vitrine.
So siehts am anderen Ende aus.
Aber da es wie schon gesagt sicherlich nicht der letzte Umbau, bzw. die letzte Vitrine sein wird, kann ich es auch noch für eine Weile verschmerzen. ;)
So, ich hoffe, ich konnte ein paar Anregunngen geben, für Leuts, die sich mit dem Gedanken tragen, selbst eine Vitrine zu bauen. Für Fragen, Anregungen und Kritik bin ich jederzeit zu haben.



















