Sphagnum-Moos
Botanik
Weltweit gibt es etwa 300 beschriebene Spagnumarten, davon sind ca. 40 Arten in Mitteleuropa heimisch. Jedoch kommen nur 7 Arten häufiger zahlenstark vor. Die Astblättchen der Torfmoose sind rippenlos und eiförmig bis lanzettlich. Die Blätter an den Stämmchen sind von den Astblättchen meist deutlich verschieden, meist breiter und oben stumpf oder ausgefranst.
die Blätter bestehen aus zwei Arten von Zellen: Den normalerweise mit Wasser gefüllten, chlorophylllosen Hyalocyten, und dazwischen den schmalen, grünen Chlorocyten. Auf dem Bild ist zu erkennen, wie diese angeordnet sind: Die Chlorocyten sind dort als schmale, grünliche Streifen zwischen den großlumigen, wasserhellen Hyalocyten zu erkennen.Torfmoose sind enorme Wasserspeicher. Es bildet weiche, weißliche Teppiche an einfachen bis 10 cm hohen Stämmchen. Viele Torfmoose sind für die Torfbildung unerlässlich.
Allgemein
Torfmoose oder auch Sphagnen sind in der Lage, ihren Mineralstoffhaushalt ausschließlich aus dem Regenwasser zu decken. Hierzu haben sie eine Fähigkeit entwickelt, die ihnen zugleich Nährstoffe verschafft und Konkurrenten sehr effektiv unterdrückt – die Fähigkeit zum Ionenaustausch.
Jedes Kalium-, Kalzium- oder Magnesium-Ion, dass mit dem Regenwasser auf die Körperoberfläche des Mooses gelangt, wird von der Pflanze im Austausch gegen ein Proton aufgenommen. Die an das Regenwasser abgegebenen Protonen versauern das umgebende Medium in beträchtlichem Maß. Während Regenwasser normalerweise einen pH-Wert von rund 6 aufweist, senken die Sphagnen den des Moorwassers auf Werte um pH 4 ab.
Auch im abgestorbenen Torf bleibt diese Speicherfunktion erhalten.
Im Gegensatz zu den meisten Pflanzen, die zumindest in der Wurzel ungünstige Lebensbedingungen überdauern, besitzt Sphagnum keine Wurzeln. Das Pflänzchen stirbt nach unten ab und wächst permanent nach oben, je nach Moor bis annähernd 19 mm pro Jahr.
Seine konservierende Wirkung verdankt der Torf einer speziellen Zuckerverbindung, dem Oxopolysaccharid. Dieses Saccharid verzögert wirksam das Wachstum von Fäulnisbakterien.
Sphagnum steht in Deutschland unter Naturschutz.
Vor- und Nachteile
Stabilisiert grobes Substrat
Hat eine desinfizierende Wirkung und säuert das Substrat
Moos lockt Trauermücken an (Bekämpfung mit Leimtafeln) und kleine Schnecken.
Verrottet leicht und sollte jährlich getauscht werden.
Eine Reinkultur mit lebendem Moos sollte nur bei der Jungpflanzenanzucht (Kindel, Rückbulben) oder bestimmten Arten (Disa!) sowie bei kranken Pflanzen versucht werden.
Beim Aufbinden auf Rinde ist es eher förderlich, die Menge gering.
Im Verkauf
Im Handel ist Moos aus Irland, den Niederlanden und überwiegend aus Neuseeland.
Zweifelsohne ist Neuseelandmoos gerade für Orchideen ideal geeignet.
1. feines, gepresstes Moos in Tablettenform
Geeignet zur Substratbeimischung, vor allem bei groben Rindensubstraten im
Verhältnis 10-30%.
Führt zu einer höheren Stabilität des lockeren Substrates und hält Wasser.
2. getrocknetes Moos, in Platten
ungeschnittenes, gereinigtes Moos. Gut geeignet für das Aufbinden von Pflanzen
auf Rinde. Hier sind Platten sinnvoll, die entsprechend der benötigten Menge
zerkleinert werden können, oder getrocknetes Moos in handelsüblichen Tüten.
Eine Platte zu 100g ergibt etwa 5 12cm Töpfe voll Moos. (1,5 - 2l)
3. frisches, lebendes Moos
In frischer Form nur selten im Handel, Eigensammlung ist in Deutschland verboten. Reinkultur vertragen nur wenige Orchideenarten. Durch die geringe benötigte Menge auch zum Aufbinden geeignet. Alter Gärtnerregel: Lebt das Moos, lebt auch die Orchidee. Häufig verunreinigt durch Kleinstlebewesen und Samen.
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